Gedankenkraft - wie mir meine erste zusammen hängende Bilderserie gelang

Hallo Ihr Lieben, 

heute möchte ich Euch in meinem Atelier-Blog einmal mit auf die Reise zu meiner Bilderserie "Gedankenkraft - Thought Power ´" nehmen.  Wie viele von Euch wissen, male ich eigentlich hauptsächlich großformatige abstrakte Ölbilder. 

All meine Gedanken und Gefühle auf eine kleine Leinwand zu bringen, insbesondere dann wenn ich "so ein Gefühl habe" schien mir bisher schier unmöglich, eine nahezu unüberwindbare "Herausforderung". 

Wir wollten endlich wieder unsere Kunst ausstellen!

Gemeinsam mit einer Gruppe von Künstlern haben wir im Mai diesen Jahres dann aber beschlossen eine Ausstellung im Salonrogue zu machen. Eine Popup Ausstellung, die ständig im Wandel ist. Nach über einem Jahr ohne Ausstellungsbetrieb wollten wir endlich wieder was machen. Das Thema war frei, und wir kamen recht schnell auf den Titel "Format C" einmal die Festplatte löschen und alles neu aufsetzen. 

Die lange nicht entdeckte Künstlerin "Hilma Af Klint" und ihre abstrakten Kunstwerke zogen mich in ihren Bann.


Nun, da das Thema total offen war, hätte ich auch einfach Werke ausstellen können, die so in den vergangenen Monaten entstanden sind. Irgendwie fühlte sich das für mich aber nicht richtig an, ich wollte mich auch mal an einer Kunst-Serie mit zusammen hängenden Werken beschäftigen. Auch so ein Thema für mich, da meine Emotion und meine Gedanken ständig in irgend einem anderm Thema sind, ist das auch so ziemlich  unmöglich, dachte ich. 
Das heisst eine Serie aus einem Guss in Farbe und Form zu einem Thema, sagen wir mal "Landschaft im Frühling" geht für mich einfach nicht. Wie kann ich nun also meine Kunst, meine expressionistische immer im Moment des Gefühls entstandenen Werke in eine Serie bringen? Nein auch jetzt hatte ich noch keine Idee.

An einem Sonntag habe ich dann im Youtube Jungle Kunstdokumentationen geschaut. Immer und immer wieder wurde mir eine Künstlerin bzw. Dokumentationen zur einer Künstlerin angezeigt. Die Künstlerin die immer wieder in meiner Liste auftauchte war "Hilma Af Klint". Als durchaus spiritueller Mensch, folgte ich dann dem "Ruf" und war so fasziniert von den Werken von Hilma, die eben auch extrem großformatig, abstrakt waren. Die Fläche konnte gar nicht groß genug sein, auf der sie ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck brachte. Hilma gilt heute, und da musste die Kunstgeschichte korrigiert werden, als die erste Künstlerin überhaupt die abstrakt gemalt hat. Dies war lange unentdeckt geblieben, wohl auch deshalb weil Hilma verfügt hatte das ihre Werke erst Jahrzehnte nach ihrem Tod gezeigt werden durften und das sie immer "zusammen bleiben" müssen.

Ich wollte unbedingt mehr wissen über diese wundervolle schwedische Künstlerin, die Pionierin der abstrakten Malerei.

Ich war so angezogen das ich weiter recherchiert habe, wer war sie, womit hat sie sich in ihrer Kunst auseinander gesetzt, wie hat sie gelebt, was hat sie neben der Kunst noch interessiert. Ich fand so viel von mir in dieser wundervollen Malerin. Was hat Hilma dazu bewegt ihre Kunst in abstrakte Gemälde auf der Leinwand umzusetzen? Hilma war eine sehr spirituelle Frau, die fest daran geglaubt hat das unser Universum einfach größer ist wie der Teil den wir sehen. Als eine Inspirationsquelle  für ihre Kunstwerke tauchten immer wieder ein paar Bücher auf:

"Thought Power" by Annie Besant
"Man Visible And Invisible" by C.W. Leadbeater
"Thought Forms" by Annie Besant & C. W. Leadbeater

Ich habe mir sodann diese Bücher besorgt und sie gelesen. Es handelt sich hierbei im sehr spirituelle Werke, die sich mit der Kraft unser Gedanken auseinander setzen. Was können Gedanken auslösen, und wie hängen meine Gedanken und meine Realität zusammen? Kann ich meine Gedanken bewusst und gezielt steuern um so ein gewünschtes Ergebnis in der Realität zu erschaffen? Was ich so ziemlich genau weiss ist, das es möglich ist mit "negativen Gedanken" mit Sicherheit ein Ergebnis zu erzielen was man eigentlich nicht will. Eine Situation vor der man Angst hat, ein Ereignis was man erahnt...dieses Bauchgefühl eben. 

Wir brauchen wieder positive Gedanken, wir brauchen wieder positive Erlebnisse. 2020 hat uns mehr denn je gezeigt, wie sehr sich unsere Welt auf den Kopf stellen lässt

Da hatte ich dann auch mein Thema für die Ausstellung, meine Werksreihe, ich wollte Bilder schaffen, die dabei helfen Gedanken in eine positive Richtung zu lenken, abstrakte Bilder die beim Betrachten auf eine Reise einladen zum Inneren, die Raum schaffen für Meditation und Visualisierung. Abstrakte Bilder auf Leinwand die einen positiven Vibe erzeugen. Nun hat auch Hilma, wie schon beschrieben auch auf überdimensional großen Leinwänden ihre abstrakten Werke gemalt, das schien mir aber für diese Serie, die ich im Kopf hatte nicht sinnvoll. Auch möchte ich mich ja auch immer ein wenig selbst herausfordern. 
Also habe ich mir 13 kleine Leinwände 20 x 20 cm besorgt. Die sollten es nun sein, und einen Rahmen wollte ich auch gleich dazu bauen, das Kunstwerk sollte vollständig sein, so das es direkt aufgegangen werden kann in seinem neuen ZuHause. 

Schritt 1 waren natürlich die Leinwände, und mit ihnen eine Farbtheorie, dabei habe ich mich an dem Buch "Thought Forms" by Annie Besant & C. W. Leadbeater orientiert. Das Buch enthält eine Farbtafel, die Farben in einen spirituellen Zusammenhang bringt, dies war dann Grundlage meiner Arbeit an den Werken.

Farbtafel aus Thought Forms
(Farbtafel aus dem Buch "Thougth Forms"

Plötzlich vor dieser kleinen Leinwand zu sitzen, und das was eigentlich in großen ausschweifenden Bewegungen auf die Leinwand gebracht wird, nun auf ein Minimum zu reduzieren, ja das dauerte schon ein paar Tage und ein paar Versuche. Ne Menge Kaffee und ein paar Tage später hatte ich dann für mich den Bogen raus. Wer jetzt meint ich sähe dann etwas besser und nicht total voll mit Farbe, weit gefehlt, es gelang mir auch hier mich bei den kleinen Leinwänden vollständig mit Farbe einzudecken. 

Farbhand
Im Hintergrund des Bildes seht ihr die aufgereihten kleinen Leinwände

Plötzlich hat sich meine kleine Leinwände Blockade gelöst, auch das ist ja ein wichtiger Schritt. Ich kann auch auf kleinen Leinwänden sagen was ich mit meinen abstrakten Bildern sagen will und viel wichtiger für mich ich kann auch an einem "Thema" arbeiten.  Wenn ich das Thema für mich richtig definiere, 
ist es mir auch möglich eine Serie zu schaffen. Ich muss mich nur davon frei machen, ein nicht zu mir gehörendes Thema bearbeiten zu wollen. 

Diese Bildserie für die Kunstausstellung sollte besonders sein, ich wollte den Menschen etwas positives mitgeben, einen Lichtblick in einer ziemlich dunklen und ungewissen Zeit. Die Werke sind klein und damit auch bezahlbar. Kunst für Alle eben, was auch ein Unterthema unserer aktuellen Kunstausstellung ist. 

Diese kleinen abstrakten Werke sollen Freude bringen, ein positives Gefühl auslösen und vermitteln. 

Zufälle gibt es wohl nicht und ich glaube ganz fest daran das Hilma Af Klint und ihr künstlerischer Weg, ihre Herangehensweise, und auch die Offenheit mit der sie ihre Spiritualität gelebt hat in und mit ihrer Kunst, für mich und meine Entwicklung enorm wichtig waren. Es gibt da wirklich mehr, in unserem Universum wie das was wir sehen. Vielleicht ist es ja so, das Hilma mir sagen wollte, das es an der Zeit ist genau jetzt diese Kunstwerke zu erschaffen. Das es genau richtig ist mich genau jetzt dieser Herausforderung zu stellen, für mich, und damit den Menschen etwas positives zu geben. Ich will das jedenfalls allzu gerne glauben. Gerade auch weil ich meine Spiritualität, von der Freunde natürlich wussten,  bisher strikt von meiner Kunst getrennt habe. Jedenfalls wenn es darum ging, meine Werke zu beschreiben. 

 Ich wollte nicht das eine mit dem anderen verbunden sehen, jedenfalls nicht "öffentlich" - dabei habe ich jahrelang nicht gesehen, das diese Verbundenheit schlicht nicht lösbar ist, sie ist da und auch nicht zu leugnen.

In den letzten Monaten bin ich irgendwie auf eine Reise zu mir selbst gekommen, auch dahingehend, endlich so aufzutreten und zu sein wie ich bin und wer ich bin. Die wundervolle Fotografin "Robina Hood" die kürzlich ein Shooting mit mir gemacht hat, sagte beim Tee zu mir vor ein paar Tagen wie wichtig es ist, das mir  das was andere über mich denken so ziemlich egal sein muss. Man könnte auch sagen "Be everybody´s Lover but not everybody´s Darling" auch das ist eine wichtige Erkenntnis die ich gewonnen habe in der Auseinandersetzung mit diesen kleinen Bildern, der Auseinandersetzung mit Hilma af Klint, der Auseinandersetzung mit mir selbst und meiner Spiritualität. Ich bin gespannt was sich daraus in Zukunft auf den Leinwänden zeigt. 

So wer bis jetzt gelesen hat, danke :-) 

Zur Bilderreihe "Gedankenkraft" geht es direkt hier

Im Original sind die Bilder noch bis zum Ende diesen Jahres im Salonrogue, Lößniger Str. 46 (HH) ausgestellt. Die Galerie ist jeweils am Sonnabend oder nach Vereinbarung geöffnet. (kein Fuss da - nur rein organisatorisch nicht anders machbar) 

Bis zum nächsten Blog aus meinem Atelier. 

/Manja